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Hinter dem blauen Quadrat mit dem weißen „F” drin verbirgt sich eine Parallelwelt. Es braucht nur einen Mausklick, um sie zu öffnen und den großen, runden Planeten namens Erde - mein reales Leben - hinter mir zu lassen. Facebook ist wie ein riesiges Neubaugebiet mit Szeneviertelstatus, das ständig erweitert wird. 400 Millionen aktive Nutzer leben hier auf engstem Raum in einer Art multikulturellen Reihenhaussiedlung zusammen. Jeder Bewohner besitzt eine eigene Profilseite, die in den Grundzügen gleich konstruiert ist. Durch Fotos, Videos und persönliche Angaben kann ich mir den Lebensraum meiner Internetidentität nach meinen Ansprüchen individuell gestalten. Facebook erlaubt es, sich ein neues Ichbewusstsein zu erstellen. Mithilfe von Freundschaftsanfragen kann ich bestimmen wie viele Gardinenpolizisten - neugierige Nachbarn - mich mithilfe von Beobachtungslisten bespitzeln können. Die eigene Startseite erlaubt es, selbst zum Privatdetektiv zu werden und am Leben der anderen teilzunehmen. Das, was früher das Fernglas am Fenster war, ist heute der Computer. Unsere Internetidentitäten, die wir uns mühevoll durch Posts, Angaben und Bilder aufbauen, leben eingesperrt auf einem rechteckigen Bildschirm. Ausbrechen unmöglich.facebook2Schöpfer Mark Zuckerberg war bis zur Gründung seiner eigenen Welt Außenseiter unter den Harvard-Studenten. Jetzt „gefällt” er 545.657 Usern, trägt dank zahlreicher Bilderuploads das Image eines Weltenbummlers und gewinnt immer mehr Freunde, die Teil seines Universums werden wollen. Wäre Facebook ein Land, das sich auf unserer Weltkarte befände, würde es von der Einwohnerzahl bereits der drittgrößte Staat der Welt sein - Tendenz steigend. Dabei ist die blaue Zeitverschwendungshölle, wie sie liebevoll von ihren Benutzern genannt wird, gerade mal sechs Jahre alt. Der durchschnittliche Facebook-Nutzer hat 130 Freunde, sendet 8 Freundschaftsanfragen pro Monat, verbringt 55 Minuten pro Tag auf Facebook, klickt im Monat 9 Mal den „Gefällt mir”-Button, schreibt 25 Kommentare, wird Fan von 4 Fanpages, wird zu 3 Events eingeladen und ist Mitglied in 13 Gruppen.

Unser Leben wird durch Facebook immer Bildschirmabhängiger. Ersetzt die quadratische Blechbüchsenwelt Stück für Stück unseren Alltag auf dem blauen, runden Planeten? Steht im Erdkundeunterricht anstatt des runden Weltkugelglobus demnächst ein viereckiges, dreidimensionales Facebook-Logo?

http://facebookmarketing.de/zahlen_fakten/facebook-infografik-und-statistiken

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„Ich kann das schon selber”! Schon immer wollte ich alles selber machen. Bereits mit vier Jahren habe ich angefangen mich selbst einzukleiden, ich wollte abwaschen, staubsaugen, eine Handtasche tragen, eben alles was ich eigentlich noch nicht durfte. Einen ganz besonders großen Reiz hatte jedoch der Scanner beim Einkaufen für mich. Stundenlang habe ich in meinem Einkaufsladen kassieren gespielt. Nachdem vor ein paar Jahren die ersten Selbstbedienungsbäcker, wie Backfactory, entstanden, war ich meinem Traum schon ein bisschen näher, selbst kassieren durfte ich jedoch immer noch nicht.

Selbstbedienungskasse bei IKEA

Selber kassieren bei IKEA

Doch endlich, nach Jahre langem warten, ging ich vor drei Wochen zu IKEA und durfte tatsächlich selbst kassieren. Neben den herkömmlichen, mit Personal besetzten, Kassen gibt es in den meisten IKEA-Häusern in Deutschland nun Kassen zum Selbstkassieren. Der Einkauf wird in einen kleinen Computer eingescannt und anschließend mit EC-Karte gezahlt. Barzahlung ist hier nicht mehr möglich. Ich war glücklich, kam mit der Technik gut zurecht. Im Gegenteil zu anderen Kunden, zu denen auch meine Mutter gehört. Ängstlich und überfordert gingen sie doch lieber an die normalen Kassen. Einige regten sich darüber auf, dass sie nun auch noch dafür arbeiten müssen um Geld loszuwerden. Wieder Andere bangen um ihren eigenen Arbeitsplatz. Und ein kleiner Teil grinste und versuchte in einem unbeobachteten Moment nur sechs von sieben Teilen zu scannen.

Doch wo wird die Modernisierung und Technisierung enden? Einen Vorgeschmack gibt der Handelsriese Metro. In einem Supermarkt in Rheinberg bei Duisburg sind alle Produkte mit einem sogenannten RFID-Chip (Radio Frequency Identification) prepariert. Diese flachen Chips, die den herkömmlichen Strichcode ersetzen, funken Signale mit den Produktinformationen an die Kasse. So hat der Kunde jederzeit den Überblick über den Gesamtpreis seines Einkaufs. Am Ausgang des Ladens fährt man den Wagen nur an einer Art Schranke vorbei und zahlt dann an einem Automaten. Mitarbeiter sind somit so gut wie überflüssig. Wir müssen abwarten wohin dieser Trend geht. Denn auch wenn es eine Erleichterung ist, stellt es doch eine Gefährdung für Arbeitsplätze dar und die Kundenbetreuung wird stark eingeschränkt beziehungsweise abgeschafft. Ab heute muss der Kunde eben selbst ran.

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